Kleine Liebeserklärungen
an Ehrenfeld

Peter Rosenthal kennt Ehrenfeld so wie ein Dorfarzt sein Dorf kennt. Weil Peter Rosenthal Arzt ist, in Ehrenfeld, wie schon sein Vater. Den er als Junge begleitet hat zu manch denkwürdigem Hausbesuch – aber das ist eine andere Geschichte.

Welch ein Glück, dass dieser Arzt auch Autor ist, Poet und Philosoph.

Es sind kleine Liebeserklärungen an dieses Veedel, die Geschichten und Gedichte, die Peter Rosenthal schreibt. Beobachtungen am Rande zumeist, oft melancholisch, aber nie missmutig, leicht ironisch manchmal, aber nie sarkastisch. Letztes Jahr erschien unter dem Titel „Venedig ist auch nicht viel größer als Ehrenfeld“ eine Sammlung von 35 Essays über dieses Dorf vor den Toren Kölns, auf das der Begriff ‚Vorort’ so ganz und gar nicht passen will.

Dieser Tage erscheint bei Parasitenpresse – einem kleinen aber feinen Kölner Verlag für neue Literatur – das neueste Werk des Ehrenfelder Arztes. Ein schmales Bändchen mit 26 Gedichten, eines für jeden Buchstaben des Alphabets. Hier eine Kostprobe:

Ameisenhotel

Wo früher in der Körnerstraße
Eine Synagoge stand,
Lehnt sich ein Ameisenhotel
(In keinem Reiseführer erwähnt)
An das, was blieb: einen Bunker.
Weiter in Richtung Venloer Straße
Stehen überflüssig gute Ideen Schlange:
Kleider aus Industriematerial,
Hühner im Schaufenster,
Vitrinen mit der Banane versehen,
Und die Bar gleich um die Ecke heißt
NACHTIGALL.

Peter Rosenthal: Ehrenfeld Alphabet
Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags

Die Gelegenheit, diesen Arzt, Poeten und Philosophen Peter Rosenthal persönlich kennen zu lernen, bietet sich

am Donnerstag, 15. November 2018
um 20 Uhr in der Bücherwelt
Venloer / Ecke Simrockstraße

Mit dabei: Parasitenpresse-Verleger Adrian Kasnitz und Johanna Dombois, deren Prosaband ‚Rettungswesen’ in diesen Tagen in der Parasitenpresse erscheint.


Weitere Infos:

Verlag Parasitenpresse
Buchhandlung Bücherwelt

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an Ehrenfeld

3 Kommentare Kleine Liebeserklärungen
an Ehrenfeld

  1. Elke Brecht 13. November 2018 at 16:29

    Wie immer, feine Schreibe. Scheint dir Spaß zu machen.

    Antworten
    1. Thomas Reinert 13. November 2018 at 16:39

      Ja, doch, schon. Kleinigkeit am Rande: Das OK des Verlags zur Veröffentlichung des Gedichts hatte ich in 20 Minuten. Sowas macht fröhlich 🙂

      Antworten
  2. Pingback: Kleine Liebeserklärungen | parasitenpresse

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